Dread-Disease-Versicherung

 

Die Dread-Disease-Versicherung (übersetzt in etwa „Versicherung „gegen gefürchtete Krankheiten“; auch: „Schwere-Krankheiten-Vorsorge“ oder „Critical Illness“) ist eine Personenversicherung, deren Leistung bei Eintritt von (fest definierten) schweren Krankheiten der versicherten Person ausgezahlt wird (z. B. Krebs).

 

Im Gegensatz zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung wird keine monatliche Rente ausgezahlt, sondern in der Regel eine fest vereinbarte Versicherungssumme einmalig nach der Diagnosestellung, unabhängig davon, ob die Arbeitskraft der versicherten Person eingeschränkt ist oder nicht.

 

Steuerliche Behandlung

 

Eine Dread-Disease-Versicherung ist im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen in Deutschland ggf. steuerlich absetzbar, sofern die Höchstbeiträge nicht durch z. B. Sozialversicherungsbeiträge bereits ausgeschöpft sind. Die Auszahlung der Versicherungssumme ist in Deutschland für Privatpersonen in der Regel steuerfrei; bei Gesellschaften (siehe unten: Keyman-Versicherung) gelten solche Versicherungsleistungen in der Regel als Betriebseinnahmen. Die Beiträge können damit ggf. als Betriebsausgaben abgesetzt werden.

 

Nutzen / Kritik

 

Ein Vorteil der Dread-Disease-Versicherung kann sein, dass die Prüfung des Leistungsfalls möglicherweise einfacher und nicht so zeitaufwendig ist, wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Bei Absicherung wichtiger Schlüsselpositionen in Unternehmen ist eine Dread-Disease-Versicherung der Berufsunfähigkeit aus Unternehmenssicht unter Umständen vorzuziehen.

Häufig wird diskutiert, ob die Dread-Disease-Versicherung ein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung darstellt. In diese Diskussion werden oft die sogenannten Bürotätigkeiten einbezogen, da in diesen Berufsgruppen eine Berufsunfähigkeit deutlich seltener eintritt als in handwerklichen Berufen und deshalb teilweise die Dread-Disease-Versicherung sinnvoller erscheint. Da diese beiden Formen der Arbeitskraftabsicherung zwar im Leistungsspektrum Überschneidungen aufweisen, jedoch grundsätzlich unterschiedliche Leistungsfälle abdecken, ist immer die individuelle Situation der zu versichernden Person zu berücksichtigen.

In diesem Zusammenhang raten bspw. der Bund der Versicherten und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz dazu, nicht auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung zugunsten einer Dread-Disease-Versicherung zu verzichten, sondern diese höchstens als Ergänzung zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung anzusehen. Als Begründung hierfür wird herangezogen, dass Erkrankungen des Rückens oder der Gelenke nicht versichert sind und ebenso wenig psychische Erkrankungen. Diese Erkrankungen zählen jedoch auch zu den Hauptursachen von Arbeitskraftverlust.

Für Personen, für die ein Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch nicht oder nicht ohne Ausschluss möglich ist (häufig der Fall, wenn in der jüngeren Vergangenheit psychologische oder psychotherapeutische Beratungen in Anspruch genommen wurden), kann die Dread-Disease-Versicherung eine Alternative sein, da für einen Abschluss aktuelle oder vergangene psychische Beschwerden in der Regel ohne Konsequenzen bei der Risikobeurteilung bleiben.

 

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